Liebe Leserin, lieber Leser,

das Jubiläumsjahr zur 500. Wiederkehr des Thesenanschlags durch den Reformator Martin Luther ist inzwischen zu Ende. Im ganzen Land, so auch hier „unter mir“ hat es interessante und sehr engagierte Veranstaltungen gegeben. Viele sind gekommen, andere haben  den diesmal freien Reformationstag am 31. Oktober hoffentlich wenigstens genossen. Über die Nachhaltigkeit lässt sich sicher trefflich streiten. Mir hat es auf jeden Fall gefallen, wie sich Christenmenschen doch ihre Gedanken gemacht haben über die Welt und die Kirche. An der durch Groß-Zimmern „wandernden“ Thesentür konnten sich Menschen mit ihren persönlichen „Thesen“ einbringen. Ein dickes Lob will ich den Jugendlichen aussprechen, die im Gottesdienst am 31. Oktober ihre und die Sätze von Anderen zu einem bunten Strauß von Wünschen, Träumen, Hoffnungen und Forderungen zusammengebunden haben. Da ist mir tatsächlich der Kamm (vor Freude) geschwollen. An was erinnere ich mich noch? Ich wünsche mir eine Kirche, in der alle Generationen eine Heimat finden, die das Wissen der Alten schätzt und neugierig ist, auf die Ideen der Jungen. Dann lasst sie ran die Jungen! Das klappt hier schon ganz gut. Die Kirche mischt sich ein, wo sonst keiner hinschaut und steht dabei fest im Glauben an Gottes Güte und gibt auch den Zweiflern Raum. Das versucht sie auch und erinnert immer wieder Alle (auch die Ignoranten) daran, dass das Leben nur mit Hoffnung und Demut gelingen kann. Die

Kirche muss sich an die heutige Zeit anpassen. Genauso, wie sich das Leben und das Denken verändern, muss sich auch die Kirche entwickeln. Nicht das „Fähnchen in den Wind hängen“ und sich anbiedern, doch mit den Menschen gehen und auch mahnend zu Denken geben. Wenn ich es könnte, dann würde ich das so unterschreiben!

Ich wünsche mir eine Kirche, mit (nicht zu langen) Gottesdiensten voller Musik und Freude, die mich beschwingt in die Woche gehen lassen und mit Predigten, die in einer einfachen Sprache verfasst sind.

Das ist heute wichtiger denn je, auch wenn es aus Luthers Mund doch noch recht großzügig heißt: „Ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber predigt niemals über vierzig Minuten“. Die Jugendlichen bemerkten weiter sehr eindrucksvoll: Wir alle sind Gemeinde. Jeder ist gleich wichtig und gleich wertvoll.

Wenn uns etwas nicht gefällt, wenn wir etwas ändern wollen, so haben wir die Möglichkeit das zu tun. Nur durch Engagement kann eine Gemeinde leben. Reformation ist eben auch kein abgeschlossener Prozess. Es geht weiter. In der Kirche wird es immer auch (positive) Veränderungen geben, wenn sie mit den Menschen und der Zeit geht - aber ihren Kern bewahrt!

Die Schale verändert und entwickelt sich seit Luther durch die Zeiten und immer weiter. Auf den Kern, auf die gute Botschaft von Jesus kommt es an. Sie gilt es zu bewahren und sie den Menschen heute und auch in der Zukunft zu übersetzen und nahe zu bringen.

Anders gesagt: Das Geschenkpapier in das Euer Weihnachtsgeschenk Jesus in der Krippe eingepackt ist und auch der Schlupf, der alles zusammenhält ändern sich. Auch die Melodien, die die Engel anstimmen, mögen sich ändern. 

Das Wunder der Weihnacht und schließlich Jesu Tod und der Ostermorgen sind und bleiben fundamental und müssen einfach nur geglaubt werden.

Womit wir zum Ende wieder bei Martin Luther sind, dem großen Reformator, dem aber auch so ambivalenten Kind seiner Zeit. Aber um dieses „Fass aufzumachen“ reicht der Platz nicht mehr.                            

So bleibt mir nur noch Ihnen/ Euch von hier oben einen schönen Advent, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen zufriedenen Jahresbeginn 2018 zu wünschen.

Schenkt mir auch im neuen Jahr mal wieder einen Blick nach oben

                                        Ihr/Dein      Gickel

Wir schließen uns den Wünschen unseres Kirchturmgickels an und grüßen herzlich

 

Brigitte Tesch

Vorsitzende des Kirchenvorstands

und die Pfarrer

Michael Fornoff & Michael Merbitz-Zahradnik



 

 

 

   
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