Liebe Leserin, lieber Leser,

auf dem Titelbild sprudelt eine Wasserfontäne in die Höhe. Ein sommerliches und auch ein symbolträchtiges Bild. Viele freuen sich sicher schon auf die Ferien - vielleicht an einem See oder gar am großen Meer. Wasser ein wunderbares aber auch ein zerstörerisches Element.

Aber Ihr Menschen, wie auch die Tiere und die Pflanzen brauchen dieses Nass. Es ist der Urstoff des Lebens. Ihr kommt aus dem Wasser - wie jedes Leben.

 

Und auch in der Kirche, in den Religionen spielt das Wasser eine Rolle. Es ist zum Symbol, zum Zeichen geworden.

In Eurem christlichen Glauben macht sich das besonders in der Taufe fest. Es umfasst alles, was das Wasser für Euch Menschen so wichtig macht.

Mit der Formel „Ich taufe dich im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ bekommt der Täufling Wasser über den Kopf gegossen.

In diesem Moment heißt das: Du bist vom Heiligen angerührt. Du bist mit Gott verbunden. Er ist der Ursprung von allem was ist. Da passt doch Wasser als Urstoff des Lebendigen prima dazu.

Die Taufe wird zu einer Liebeserklärung, die Euch Gott macht. Als Jesus im Jordan getauft worden ist, kam die Stimme vom Himmel: Dies ist mein geliebter Sohn!

Und das gilt seit dem auch für Euch Menschenkinder: Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Wohlgefallen!

Das Symbol des Wassers in der Taufe lässt Euch aber auch ans Waschen denken. Wie Ihr Euch von außen mit Wasser wascht und reinigt, so soll mit der Taufe auch innerlich alles abgewaschen und weggespült werden, was Euch von Gott fernhalten kann:

Euer ganzer „Seelenschmutz“.

Wenn Ihr Kinder tauft, dann gibt es ja eigentlich noch nichts abzuwaschen von den Seelchen. Und doch tragt Ihr alle von Anfang an diesen Keim - diese Fähigkeit - zum Bösen in Euch. Deshalb ist die Taufe gleich am Beginn des Lebens ein wunderbares Versprechen Gottes: Immer wieder will ICH dich reinwaschen von allem, was dich von mir und meinem Willen trennen will.

Der Reformator Martin Luther hat genau diese Idee in seinem Kleinen Katechismus noch stärker deutlich gemacht.

Damit bezieht er sich darauf, dass Wasser für Euch Menschen auch lebensgefährlich sein und man darin ertrinken kann.

Luther schreibt: Der Mensch, der keine Lust hat, mit Gott verbunden zu sein und nach seinem Willen zu leben, sondern sein eigenes Ding machen will, vielleicht sogar gegen die anderen und gegen das Leben, - dieser Mensch (= der alte Adam) wird im Wasser der Taufe gleichsam ersäuft. Und aus dem Wasser kommt der neue Mensch hervor, der zu Gott gehören darf, wie neu geboren.

Das war früher, als man die Täuflinge noch ganz im Wasser untergetaucht hat, sehr viel eindrücklicher nachspürbar.

Aber auch heute soll die Taufe immer noch bedeuten: So wie Du einmal aus dem Wasser des Mutterleibs hineingeboren worden bist in diese Welt, so ist die Taufe wie eine Geburt - sie ist wie ein Neugeborenwerden in ein Leben mit Gott.

Wenn Du das Wasser rauschen oder plätschern hörst, dann erfreue Dich an Gottes wunderbarer Schöpfung.

Und denke an das, was sich Martin Luther besonders in schweren Zeiten, mit Kreide auf den Tisch geschrieben hat:

Ich bin getauft!

So wünsche ich Dir und Euch von der Kirchturmspitze schöne Sommer- und Ferienwochen. Gesegnete Tage in der Nähe oder der Ferne.

Dein / Euer / Ihr

Gickel

   
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