Liebe Leserin, lieber Leser,

schon wieder mal wünsche ich schöne Ferien gehabt zu haben.

Es hat viel Sonne aber auch Regen gegeben. Es gab Freude und Leid auf der weiten Welt und auch hier unter Euren Dächern. Die deutschen Fußballer haben endlich den vierten Stern geholt und so viele waren „im Himmel“ und nur kurz darauf wurden Menschen über der Ukraine so mörderisch vom Himmel geholt. Ich kann die Menschen manchmal wirklich nicht verstehen!....... Auch wenn ich mich wirklich über jedes kleine Kind freue, das zur Taufe gebracht wird, stimmt es mich doch traurig, dass in der Bundesrepublik Deutschland noch nie so wenige Kinder geboren wurden wie in den letzten Jahren. 2011 waren es 637.500 Babys, im Vergleich dazu wurden 1964 noch 1,4 Millionen Kinder geboren. Seitdem sinkt die Geburtenzahl und seit 1972 sterben in Deutschland mehr Menschen, als geboren werden. Es gibt einige Gründe dafür: Wirtschaftliche Schwierigkeiten und soziale Probleme. Die unsicheren Arbeitsplatzverhältnisse in Zeit in der man eine Familie gründen könnte. Die Wirtschaft zwingt Mobilität und Flexibilität auf. Die Menschen heiraten einfach viel später.

 

Viele Menschen verzichten so auf bereichernde Erfahrungen und Herausforderungen und lassen so Glück und Segen liegen. Drei Gründe meine ich mit meinem Gickelsverstand erkannt zu haben.

Gründe die nicht nur gültig sind bei der Frage nach "Kind- Ja oder Nein?" oder "Eltern - Ja oder Nein?", sondern immer dann, wenn wir als Einzelne oder auch als Kirchengemeinden vor einem Aufbruch gestellt seid.

1. Ich sehe eine gesunkene Bereitschaft zu Veränderungen, zu Aufbrüchen im eigenen Leben. Ein Aufbruch ist immer auch ein bisschen ein Ausbruch aus dem gegenwärtigen Leben. Du musst mit etwas abschließen, bevor Du etwas Neues beginnen kannst. Natürlich ist die besondere Zweisamkeit in einer Partnerschaft verloren, wenn erst einmal ein Kind kommt. Natürlich gibt es eine Sehnsucht nach der Sicherheit des Moments. Das ist verständlich, das kann aber auch lähmend sein. Sich im Ist einzurichten, ist keine Glaubenshaltung. Ich meine hier aber auch nicht die andauernde Rast- und Ruhelosigkeit, die manche Zeitgenossen gerade in den Urlaubswochen befällt. Du und deine Mitmenschen brauchen Ruhephasen, brauchen einen Ort der Geborgenheit. Aber das alles sollte den Menschen nicht dauerhaft lähmen.

2. Neben der gesunkenen Bereitschaft zu Veränderung und Aufbruch erkenne ich auch fehlenden Mut zu Veränderung und Aufbruch. Gerade auch in der Frage "Kind - Ja oder Nein?" Verständlich, schade und auch noch fatal! Fatal ist es, weil der menschliche Wunsch nach Sicherheit und nach Garantien geradezu unstillbar ist. Es gibt immer neue Forderungen und am Ende wird das Leben erdrückt. Ich muss hier oben Kälte und Hitze ertragen, Wind und Wetter, Donner und Blitz. Das sind die Risiken eines Kirchturmgickels. Und auch Dein Leben - liebe Leserin, lieber Leser - birgt viele Risiken, und jeder Mensch muss sieh irgendwann dazu entscheiden, Risiken einzugehen. Sonst wird das Leben verpasst. DU brauchst ein Vertrauen zum Leben, dass es gut geht. Für einen Christenmenschen ist dieses Vertrauen zum Leben das Vertrauen zu Gott, dass er es gut meint und, dass er hält und trägt, gerade auch dann, wenn es schwierig und schmerzhaft wird.

3. Und noch was fällt mir auf: Vielen Menschen fehlt eine Perspektive oder biblisch gesagt: eine Verheißung. Denn wer nichts mehr vom Leben erwartet, außer dass es halt so bleibt, wie es ist oder vielleicht ein bisschen besser wird, wird nicht den Mut finden, etwas Neues auszuprobieren.

Der Christenmensch aber hat doch einen Glauben des "Mehr" und des "Noch nicht". Du erwartest vom Leben doch mehr als das, was ist?! Du hast das Ziel des Lebens noch nicht erreicht. Und die Bibel ist voll .mit wunderbaren Verheißungen, die allen Menschen gelten. Christliches Leben kann manchmal tatsächlich auch abenteuerlich sein. Christliches Leben braucht manchmal auch den Mut, sich auf Ungewisses einzulassen- aber doch immer auf Gottes Wort hin.

In diesem Sinne, in Sommersonne getaucht oder im kalten Herbsthauch stehend verbleibe ich - Auf Wiederlesen - Ihr/ Euer   

Gickel

 

Ich danke Michael Tillmann, dessen Text mich inspiriert hat.

 

   
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