Liebe Leserin, lieber Leser,

es wird wieder Urlaubs- und Ferienzeit. Bei manchen von Euch da unten werden die Wege und die Ziele ausgesucht. Andere erinnern sich gerade jetzt wieder gerne an die Ziele, die im Laufe eines langen Lebens angesteuert und erreicht worden sind. Wieder Andere müssen auch in diesem Jahr wieder von ihrem besonderen Ziel träumen. Es ist noch so weit weg….


Und es gibt auch hier in Groß-Zimmern Menschen, die auf einem ganz besonderen Weg unterwegs sind. Auf dem Weg zu Gott, dem ich - von Kirchturmgickelsamtswegen - ja schon wenigstens ein paar Meter näher sein darf. In einer netten Geschichte heißt es: Ein Knirps fragt in Berlin eine Dame: „Wie jeht´s denn der Weg nach´n neu´n Lehrter Bahnhof?“ Da mustert ihn die Dame und sagt: „Jetzt pass mal auf, mein Junge. Nimm erst einmal die Hände aus den Hosentaschen, putze dir die Nase ab, kämme dich und dann sagst du: Bitte, entschuldigen sie, könnten sie mir vielleicht sagen, wie ich zum neuen Lehrter Bahnhof gelangen kann? Hast du das verstanden?" Da antwortet der Junge: „Ja! Aber det is ma vielle zu kompliziert, da verloof ick madoch lieba!“


Vielleicht geht es ja einigen Zeitgenossen genauso, wenn sie nach dem Weg zu Gott fragen und dann gibt es sehr komplizierte Antworten oder Rituale, die sie nicht verstehen. Dann heißt es: Das ist mir zu kompliziert. Ich höre mit Fragen und Suchen ganz auf. Dann heißt es Tschüss zum Gottesdienst, zur Kirche oder zum Christsein. Deshalb freue ich mich immer „gickelsmäßig“, wenn ich Menschen in die Gottesdienste kommen sehe, wenn ich Konfirmandengruppen erlebe, die zusammen mit Pfarrerinnen und Pfarrern immer wieder und immer noch nach dem Weg und dem Ziel fragen. Auch hier in Zimmern ringen Menschen mit Gemeindepädagoginnen und – referentinnen, Mitarbeiterinnen und Pfarrern um Verständlichkeit. Da gibt es schon Denkanstösse, die zum Weiterdenken und vertrauen anregen. Es werden euch aber immer reichlich Ungewissheiten im Leben bleiben. Du weißt, was dich am Ziel der Urlaubsreise erwartet - aber was könnte dich nach dem Tod erwarten?

In einer alten Geschichte wird von zwei Mönchen erzählt. Sie stellen sich das Paradies in ihrer Phantasie in den tollsten Farben vor. Da versprechen sie sich. Derjenige, der zuerst stirbt, soll dem anderen im Traum erscheinen und nur ein Wort sagen. Entweder „taliter“ - das heißt, es ist genau so, wie wir uns das ausgemalt haben. Oder „aliter“ - das heißt, es ist anders, als wir es uns ausgemalt haben. Als der erste gestorben war, ist er dem anderen wirklich im Traum erschienen. Aberganz anders als es ausgemacht war, sagt er nicht ein sondern zwei Worte, nämlich: „Totaliter aliter!“

Es ist total anders, als wir es uns vorgestellt haben - bei Gott - am Ziel!

Das bedeutet für dich als Menschen: Alles Herumspekulieren über Gott und sein Reich ist und bleibt nur Menschenwerk.

Der Lateiner sagt: „Deus totaliter aliter!“ - euer Gickel sagt: „Gott ist ganz anders!“.

Gib dich damit zufrieden und du wirst merken, wie es dich von deinen vielen Grübeleien und ungelösten Fragen befreit und du deiner Wege gehen kannst - vielleicht ja auch mal wieder zum Gottesdienst in die Kirche.

In diesem Sinne eine gute Zeit, erholsame Tage, eine gute Reise zum nahen oder fernen Ziel und eine glückliche Heimkehr.

Es grüßt von der Kirchturmspitze:
Auf Wiederlesen!
Ihr / Euer sonnig gestimmter

Gickel

 

   
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