Liebe Leserin, lieber Leser,

und gerade noch „Weihnachtszeit“ und schon folgt das „Osterheft“.

Wenn ihr Gäste erwartet, dann deckt ihr euren Tisch sehr schön—mit allem drum und dran. So einladend hergerichtet wird das Möbel zum Symbol. Zusammen zu Tisch sitzen und speisen hat große Bedeutung. So wird der Tisch zum Zeichen für eure Zusammengehörigkeit. Bei euren Feiern, wie Hochzeiten, Geburtstagen und Konfirmationen wird so mancher schnaufen: „Schon wieder essen!? Wir hatten gerade doch erst das Mittagessen!“ Ihr tafelt ja nicht, weil ihr Kohldampf schiebt, sondern weil eure Tischgemeinschaft zeigt, dass ihr miteinander verbunden seid und das auch, wenn ihr euch gar nicht so oft seht. Gemeinschaft! Aber dieses Bewusstsein scheint bei euch verloren zu gehen. Gemeinschaftliches Essen steht für Gastfreundschaft und Verbundenheit.

Tischgemeinschaft ist ein Symbol, jenseits vieler Worte wirkend.

Wenn ihr einen Menschen bestattet, dann gibt es —Gott sei Dank—meistens noch ein traditionelles Beisammensein mit Essen und Trinken und Gelegenheit zum Erzählen. Achtet auf eure Rituale und Symbole! Mit dem  gemeinsamen Mahl beim sogenannten „Flannerts“ (ruhig auch mit einem Bierchen oder einem Glas Wein) drückt ihr eure Hoffnung aus: Ein Mensch, der zu uns gehört hat ist gestorben und uns genommen worden. Aber für uns geht das Leben doch weiter. Wir halten zusammen und machen uns Mut.

Ihr dürft also weiterleben und auch wieder Genuss am Leben finden. Für alle, die meinen, dass dieses Zusammentreffen nichts ist, „weil da ja womöglich sogar gelacht wird“, sage ich: Lasst euch diesen Schritt auf dem Weg für die Bewältigung des Abschieds nicht nehmen. Die Gemeinschaft macht zeichenhaft spürbar, dass das Leben auch im Schmerz weitergehen kann.

An vielen Stellen berichtet eure Bibel von Jesus, der mit den unterschiedlichsten Menschen am Esstisch sitzt: Natürlich mit seinen Jüngern, mit wichtigen und ganz einfachen Menschen, sogar mit Zöllnern, Sündern und Huren. Damit lässt Jesus sie schmecken und erleben:

Gott möchte gerade auch mit dir Gemeinschaft haben!

Also deckt eure Tische und feiert fleißig miteinander. Auch unter mir im Kirchenraum steht ein Mordstrumm von Tisch: Der Altar. Die Küsterin schmückt ihn immer so schön. Euer Altar ist somit auch ein Symbol der Gemeinschaft, wenn ihr Gottesdienste und Abendmahl feiert. Gott möchte euch nahe sein und ihr dürft dem Geheimnis der Welt unvorstellbar nahe kommen.             

Ich wünsche Dir Zeit zum Leben, eine schöne Frühlingszeit, eine ruhige Passionszeit und ein gesegnetes Osterfest mit dem befreienden Jubelruf: „Der HERR ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden!“ 

Dein / Euer / Ihr                             

                                                       Gickel

   
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