Liebe Leserin, lieber Leser,  

dem „Weihnachtsheft“ folgt schon wieder mal das „Osterheft“. Die Lateiner sagen da „tempus fugit!“. Ihr Menschen spürt es ja noch viel mehr als ich, wenn´s ziept und zwackt: „Die Zeit vergeht wie im Fluge!“. Damit musst Du leben Mensch!

Ach, da ich gerade davon spreche: ICH WÜNSCHE DIR ZEIT heißt ein Gedicht der Lyrikerin Elli Michler (1923 - 2014). Fühle Dich damit von mir beschenkt und angesprochen.

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben. Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben: Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen, und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken, nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken. Ich wünsche dir Zeit—nicht zum Hasten und Rennen, sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit—nicht nur so zum Vertreiben. Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun, anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen, und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen. Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben. Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden, jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden. Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben, Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Jetzt werden die Tage wieder länger. Hin und wieder sind wir erschrocken, wie rasant das alles geht - mit der Zeit. Gerade noch Weihnachten und schon meldet sich Ostern an, das große Fest für Euch Christen. Das ist der „Startschuss“ der christlichen Religion. Der Tod bekommt „den Stachel gezogen“, denn Christus ist auferstanden. Im Glauben kannst Du neu ins Leben gehen. Das ist die gute Botschaft. Das sind tolle Nachrichten, die den Menschen besondere Zeiten bescheren, die über das Greifbare hinausgehen und das Licht am Ende des Tunnels aufgehen lassen. In den Geschichten der Karwoche und des Ostermorgens ist das Leben von euch Menschen konzentriert. Wie im Leben bis heute, kommen Alle in dem Geschehen zusammen: Die Guten wie die Bösen, die Mächtigen wie die Ohnmächtigen, die Idealisten wie die Materialisten, die Zauderer und Ängstlichen. Auch vorhanden ist die schreiende Menge, sind die Zupackenden und skrupellose Fieslinge, die Untröstlichen und Weinenden, sowie die Fröhlichen und Jubelnden - alle. Im Gedicht heißt es: Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden. Wo bleibst Du? Auf welcher Seite bist Du? Welches Ziel hat die Zeit? Wozu ist das Leben? Wenn Du Dich in dieser österlichen Geschichte wiederfindest, ist das schön. Doch dann merkst Du, dass die Zeit so schnell wegläuft und vieles Andere wichtiger wird. Auch die „Sieben Wochen ohne“ in der Passionszeit rasen schnell vorüber. Wie soll da Zeit sein, um sich selber zu finden? Du musst sie Dir nehmen! Vieles andere hast Du im Leben doch schon so oft gemacht. Aber: Hattest Du auch Zeit zum Leben? Hattest Du Zeit zum Tun, Lassen und einfach denken? Wie ist es mit der Zeit zum Freuen und Lachen? So Vieles musst Du dem Leben echt abringen - sehr mühsam und immer wieder aufs Neue.

Auf jeden Fall wünsche ich besonders Dir Zeit, Dich selber zu finden. Ich wünsche Dir Zeit zum Leben, eine schöne Frühlingszeit, eine ruhige Passionszeit und ein gesegnetes Osterfest mit dem befreienden Jubelruf:  „Der HERR ist auferstanden!  - Er ist wahrhaftig auferstanden!“ 

Dein / Euer / Ihr                    Gickel

 

   
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